103. Nordwestschweizerisches Schwingfest in Grenchen
138 Teilnehmer
1'100 Zuschauer
Das Nordwestschweizerische Schwingfest in Grenchen endete mit einer kleinen Überraschung. Damian Zurfluh bezwingt im Schlussgang den favorisierten Aargauer Mario Thürig.
Bei kühler, aber meist trockener Witterung waren die Zuschauer Zeugen spannender Wettkämpfe und einiger Überraschungen. Nach dem in der Vorwoche abgebrochenen Schwingfest in Oberwil BL befand sich Damian Zurfluh nicht zuoberst auf der Favoritenliste der Experten. Der erste Gang von Zurfluh gegen Thomas Zaugg (Eggiwil) verlief unspektakulär und endete unentschieden. Die folgenden vier zugeteilten Gegner, allesamt Aargauer und auf dem Papier schwächer, bezwang der für die Solothurner startende Zurfluh ohne grössere Probleme.
Seinem Schlussgangteilnehmer, Mario Thürig, gelangen zum Auftakt zwei Maximalnoten gegen Ady Tschümperlin und Johann Scherrer. Der Dritte Gang gegen Andreas Ulrich (Gersau), endete gestellt. Christoph Sutter und Michael Gschwind wurden Thürig danach souverän Platt bezwungen. Im Schlussgang brachte Thürig seinen Gegner wiederum mit Wyberhaken in eine gefährliche Lage, welche einen kurzen Wettkampfunterbruch zur Folge hatte. Nach der Fortsetzung überraschte aber dann Zurfluh den Möriker mit einer energischen Kurz-Fusstich-Kombination. Dem enttäuschten Verlierer blieb der Ehrenplatz. Damian Zurfluh gab später zu Protokoll, dass er tagsüber wohl nicht die stärksten Gegner zugeteilt bekam, aber mit dem Sieg über Thürig ein Zeichen über seinen Formstand gesetzt habe.
Christoph Bieri, der Nordwestschweizer Leader, klassierte sich auf dem dritten Rang. Die Schlussgangqualifikation verpasste der dreifache Saisonsieger durch ein Unentschieden gegen Andreas Ulrich welcher ebenfalls während dem ganzen Tag im Bereich der Ranglistenspitze lag. Die Leistung von Ulrich schlug sich jedoch nicht rangmässig aus. Fünf Eidgenossen waren auf dem Notenblatt des Schlussgangteilnehmers vom Stoos der vergangenen Woche. Zwei davon gewann der Gersauer und drei endeten unentschieden. Ein weiterer Sieg gelang ihm gegen Remo Stalder, Nr. 14 der Nordwestschweiz. Von den übrigen Gästen vermochte nach dem Vormittag keiner mehr richtig gefährlich zu werden. Thomas Zaugg und Thomas Sempach wurden bereits am Vormittag mit zwei gestellten zurückgeworfen. Die Nordost- und Südwestschweizer waren ohne Eidgenossen am Start und konnten nicht wesentlich den Festverlauf prägen.
Geschlagenen waren auch die Baselbieter. Lediglich Michael Gschwind klassierte sich im Kranzrang. Völlig überraschend verloren im entscheidenden sechsten Gang Andreas Henzer gegen Fabian Winiger (Müswangen) und Cedric Huber gegen Sebastian Greder jeweils im ersten Zug.
Das Schwingfest in Grenchen war der zeitweilige Höhepunkt für die Nordwestschweizer Schwinger, da die letzte Gelegenheit bot sich für das Eidgenössische in Frauenfeld zu empfehlen. Die Kranzfestsaison ist für die Nordwestschweizer noch keineswegs vorbei. Im Juli steht die Elite an den Bergfesten Rigi, Weissenstein und Brünig im Einsatz.
Abgegebene Kränze 23: AG 10, SO 7, GST 4, BL 1, BS 1
Bericht August Köpfli, Medienchef NWSV